|
|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
reflect! – Assoziation für politische Bildung und Gesellschaftsforschung... ist der Name eines seit Oktober 2004 bestehenden Vereins mit Sitz in Berlin, der versucht, Kräfte gegen die sich im Bildungssektor ausbreitenden Prekarisierungstendenzen zu bündeln. Gleichzeitig soll ein Grundstein für die Selbstorganisation all jener gelegt werden, die im Bildungs- und/oder Forschungsbereich arbeiten oder arbeiten wollen, dies aber aufgrund der aktuellen politischen wie ökonomischen Veränderungen an den Hochschulen und im gesamten Bildungssektor kaum mehr können. Warum gibt es reflect?reflect! ist eine Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen, in denen sich die Rufe nach einem Mehr an Wettbewerb, an Eigen- bzw. „Selbstverantwortung" des/der Einzelne/n (in der Bildung, der Gesundheit, der Arbeit, der individuellen Lebensgestaltung etc.) und nach „Freiheit" zunehmend als zynisch entpuppen: die Freiheit, die gemeint ist, bedeutet nur allzu oft Prekarisierung, Vereinzelung, Isolation und Konkurrenzkampf. Unbezahlte Praktika und Lehraufträge sind inzwischen an der Tagesordnung, während die öffentliche Bildung zusammengespart wird. Im Bildungssektor, und dort vor allem an den Universitäten, lässt sich dieser Formwandel auch inhaltlich festmachen: kritische Wissensproduktion wird zunehmend verdrängt; für ein Denken, das nicht nur fragt, sondern auch hinterfragt, scheint an der ‚Schönen Neuen Universität’ kein Platz mehr. So bezieht man sich z.B. in den Regionalwissenschaften zunehmend und unhinterfragt auf dubiose Labels wie ‚Sicherheitspolitik’ oder den ‚Kampf gegen den Terror’, feministisches Denken wird immer mehr auf ‚Gender-Mainstreaming’ reduziert, aus der Kritik der Politik wird Politikberatung – die Liste ließe sich erweitern. Ob Paradigmenwechsel oder Restauration: vieles weist darauf hin, dass widerständiger Wissenschaft gegenwärtig ihre Basis entzogen wird, sei es an den Universitäten, in der politischen Erwachsenenbildung oder auch an den Schulen. Dieser inhaltliche Wandel geht einher mit einer institutionellen Transformation hin zur sogenannten ‚leistungsorientierten Kundenuniversität’. In dem Maße, wie sich der Bildungs- und Forschungssektor bemüht, wettbewerbsfähig und marktförmig zu werden, wird der Schritt aus den Institutionen heraus und in die Selbstorganisation zunehmend notwendig. Wer und was ist reflect!?reflect! ist ein Versuch, diesen Schritt zu gehen: die tendenzielle Prekarisierung und Vereinzelung junger AkademikerInnen zu durchbrechen, die vorhandenen Potentiale zu bündeln und so innerhalb des bildungspolitischen Feldes handlungsfähig zu werden, um ein Gegengewicht zu den derzeitig hegemonialen neoliberalen Paradigmen zu bilden. Selbstorganisation bedeutet allerdings nicht, einen herrschaftsfreien Raum zu betreten. Alte Spannungsfelder bleiben bestehen, z.B. zwischen den politischen Ansprüchen an kritische Bildungsarbeit und Wissensproduktion und andererseits der Notwendigkeit, finanzielle Träger zu finden. reflect! wird diese Spannungsfelder nicht auflösen, soll aber die Möglichkeit bieten, gemeinsam besser mit diesen umzugehen. reflect! besteht aus einer wachsenden Zahl junger AkademikerInnen (momentan ca. 30), die von den gegenwärtigen Veränderungen betroffen sind, weil sie im Feld der politischen Bildung und Forschung arbeiten oder arbeiten wollen. reflect! will in inhaltlichen Debatten kritische Theorie- und Wissensbildung weiterentwickeln, dieses an andere weitergeben und in den Wissenschaftsbetrieb intervenieren. Was macht reflect?Die inhaltliche Hauptarbeit von reflect! findet in eigenständigen Arbeitskreisen bzw. Projektgruppen statt. Bisher haben sich folgende Projekte konstituiert:
Nach außen hin liegt der momentane Schwerpunkt der Vereinsarbeit in Angeboten zur politischen Bildung; perspektivisch streben wir aber neben der Bildungsarbeit und der Erstellung von kleinen und größeren Publikationen an, ein eigenes sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut zu gründen. Über den ReferentInnenpool von reflect! bietet sich zudem die Möglichkeit, AnsprechpartnerInnen zu finden für Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, Konferenzen etc. zu diversen Themen und Problemfeldern, wie z.B. Staat und Ökonomie, Rassismus, internationale politische Entwicklungen, Globalisierung u. v. m.
|
MitmachenInfos dazu findet ihr hier |
||||||||
|
[nach oben] |
|
|||||||||