Während des G8-Gipfels 2007 treffen sich die Regierungschefs der wichtigsten Industriestaaten
in Heiligendamm an der deutschen Ostseeküste. Die G8 ist gleichzeitig
eine Form internationaler politischer Kooperation (z.B. globale Energieversorgung)
und Konkurrenz (um die profitablen Investitionsmöglichkeiten suchende globale Kapital).
Damit stellt sie eine Form internationaler Staatlichkeit dar. G8-Gipfel bilden seit
einigen Jahren einen Höhepunkt für die Proteste globalisierungskritischer Bewegungen.
Auch in Deutschland läuft die Mobilisierung 2007 zu diesem "Event" auf Hochtouren.
Dabei sind die politischen Auseinandersetzungen und Proteste gegen die G8
wesentlich dadurch geprägt, welche Vorstellungen von Staat bei den AktivistInnen
vorhanden sind und welche Aufgaben einzelnen Staaten und Staatenbünden wie
dem G8 zugeschrieben werden.
Auf dieser Grundlage setzen wir uns in diesem Seminar mit der Staatstheorie von
Nicos Poulantzas auseinander und diskutieren zwei grundlegende Fragen: 1. Welche
Form von Staatlichkeit stellt die G8 dar? 2. Mit welchem Staatsverständnis der G8
agieren globalisierungskritische Akteure und welche politischen Impulse lassen sich
aus den Arbeiten von Poulantzas für diese Spektren ziehen?
Das Wochenendseminar vermittelt die Grundlagen kritischer Staatstheorien, um am
Beispiel der G8 die theoretischen Implikationen alltäglicher Staatsverständnisse herausarbeiten
und kritisieren zu können. Ziel des Seminars ist es, die Impulse der marxistischen
Staatstheorie aufzunehmen und zu diskutieren, inwieweit diese helfen
können, gegenüber neoliberalen Politikformen sowie der kapitalistischen Globalisierung
Kritik zu formulieren und Widerstand zu organisieren.
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Artikel der Teamer aus Seminardiskussion: Lars Bretthauer / Ingo Stützle: "Mit Poulantzas die G8 verstehen. Das Gipfeltreffen der Industriestaaten als staatstheoretisches Problem" »mehr
| Anhang | Größe |
|---|---|
| seminarmaterialien_g8_mit_poulantzas.pdf | 139.49 KB |

