Südafrika

Autor_in: 
Christoph Haug

 

Der Sammelband Challenging Hegemony umfasst sieben Arti­kel, überwiegend von südafrikanischen Intellektuellen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Kämpfe der Ärmsten der Armen, wie sie Ashwin Desai 2002 in We are the poors prominent beschrieben hat. Aus neogramscianischer Perspektive und mit Bezug auf den „post-poststrukturalistischen“ Theoretiker Alain Badiou untersuchen die Beiträge Möglichkeiten radikaler Politik. Drei Beiträge befassen sich mit den „Bewegungen“ Anti-Privatisation Forum, Treatment Action Campaign und National Land Committee. Die anderen gehen allgemeinen Fra­gen radikaler Systemkritik im südafrikanischen Kontext nach: Sie kritisieren allzu optimistische Vorstellungen von der Zivilgesellschaft als Bastion gegen den Staat sowie die Beschränkung von (Men­schen-)­Rechts­diskursen auf ihr staatlich-institutionelles Gefüge. Denn staatlich garantierte Rechte seien nur so viel wert, wie sie von einer Massenbewegung eingefordert werden. Sie kritisieren die „aberwitzige Illusion“ der Multitude (Hardt/Negri), dass die Ärmsten der Armen etwas mit dem Computerprogrammierer in Seattle gemeinsam hätten.

Autor_in: 
Greg Ruiters


Im Jahr 2000 versprach der regierende African National Congress (ANC) in seinem Wahlmanifest die kostenlose Grundversorgung aller armen SüdafrikanerInnen mit dem Programm einer Freien Elektrizitäts-Grundversorgung (FEG). Später wurde diese Grundversorgung mit 6000 Liter Wasser und 50 Kilowattstunden Strom monatlich für alle in Frage kommenden Haushalte spezifiziert. Was kann ein Haushalt aber konkret mit 50 Kilowattstunden im Monat anfangen?

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