Arbeitskampf

Buchvorstellung mit dem Autor Dietmar Lange
Datum: 
Mittwoch, 17. Oktober 2012 - 19:30

In der historischen Erinnerung an die Revolutions- und Nachkriegsgeschichte 1918/19 in Berlin sind zumeist nur die Ereignisse aus den Novembertagen 1918 und der sogenannte "Spartakusaufstand" vom Januar 1919 präsent. Steht das Erste für den Sturz der Monarchie, so das Zweite für das Scheitern der sozialistischen Revolution in Deutschland und die Ermordung ihrer beiden prominentesten Vertreter, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Adresse: 
Buchladen Müßiggang, Oranienstr. 14a, Kreuzberg.
Autor_in: 
Christian Schröder


Um einen „anderen Blick auf 1968“ geht es dem Historiker Peter Birke. Bevor die Studierenden auf die Straße gingen, erlebten die Betriebe zahlreiche wilde Streiks. Doch ihnen wird kaum Aufmerksamkeit gewidmet – auch nicht in der Wissenschaft. Insofern hat Birke Pionierarbeit geleistet. Er präsentiert eine spannende und gut lesbare Studie über die „wilden“ Sozial­proteste in den Fabriken Westdeutschlands und Dänemarks der 1950er bis 1970er Jahre. Birke kritisiert, die Streikforschung richte ihren Blick ausschließlich auf Massenphänomene. Systematisch trenne man vermeintlich produktive Arbeitskämpfe von angeblich unkontrollierbaren und unproduktiven ab.Und das, obwohl die Grenze zwischen gewerkschaftlich organisierten und wilden Streiks oft nicht eindeutig gezogen werden kann, wie Birke betont.

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