22 legs that make a nation

 
Autor_in: 
Lars Bretthauer

„What’s nationalism without football, what’s football without nationalism?“

Einen Artikel über das Verhältnis von Fußball und Nationalismus zu schreiben, scheint auf den ersten Blick selbstverständlich. Schließlich sind gerade innerhalb der Linken Vorbehalte gegenüber dem Fußball als institutionalisiertem Feld nationalistischer Verhaltensweisen gängig. Fußball stellte bis Mitte der 1990er einen der wenigen gesellschaftlichen Orte in Deutschland dar, an dem die kollektive Identifizierung mit der „deutschen Nation“ offen gelebt wurde und das „WIR“ offen und erleichtert in den Nachrichtensendungen über die Lippen ging. So unerlaubt der aggressive Bezug auf die „deutsche Nation“ im zivilen und politischen Leben war, so nachdrücklich war die Einladung, mit „unseren Jungs“ zu fiebern, wenn „ganz Deutschland“ vor dem Fernseher die Daumen drückte. Dies schloss auch die offene Aggressivität gegenüber „den Anderen“, seien es „Holländer, Argentinier oder Engländer“, ein - um die in der nationalen Fussballerinnerungs­kultur tradierten Gegnerschaften der deutschen Nationalmannschaft zu erwähnen. Die offene Präsentation nationaler Symboliken war ebenso Normalität und führte immer wieder zu spontanen Ablehnungsreaktionen von Anti-NationalistInnen gegenüber fußballerischen Großereignissen. Zur fußballerischen Nationalsymbolik zählen überdimensioniertes Fahneschwenken, nationaltrikotumspannte Bierbäuche oder auch der beliebte Kameraschwenk durch die Spielerreihen beim Abspielen der Nationalhymne und die entsprechenden Kommentare über die Mitsingqualitäten und Textsicherheit der Nationalspieler.  All diese Umstände machen Fußball zu einem nationalistischen Event par excellence.

Auch wenn es so scheint, als wäre das Verhältnis von Fußball und Nationalismus ein konstant symbiotisches, lohnt sich ein vertiefender Blick, um die bemerkenswerten Verschiebungen in den Blick zu bekommen, die sich auf diesem Feld ereignet haben. Dieses vor allem, wenn man sich dem gesellschaftlichen Phänomen Nationalismus als gesellschaftlichem Konstrukt nähert. Was bedeutet dies? Der Sozialwissenschaftler Benedict Anderson beantwortet diese Frage mit dem Begriff der „imaginären Gemeinschaft“: Eine Nation ist keine Selbstverständlichkeit, die körperlich oder kulturell vorbestimmt ist, sondern eine imaginierte (also eingebildete) Gruppe. Worte wie „Vorstellungen“ oder „Einbildungen“ sind jedoch in dem Sinne irreführend, als dass sie suggerieren, nationalistische Denkmuster entsprängen naturwüchsig in den Köpfen einzelner Personen oder auf Grund objektiver Vorgaben. Statt dessen meint Imagination einen komplexen gesellschaftlichen Prozess, indem diese Vorstellungen durch die Aktivitäten und Organisationsanstrengungen einzelner Akteure erst herausgebildet und erfunden werden: Seien es Sozialwissenschaftler, die behaupten, dass eine Nation sich aus „einer“ Kultur oder Sprache bestimme oder Biologen, die auf „eine“ gemeinsame biologische Grundlage (wie eine Blutslinie im lange geltenden deutschen Staatsbürgerschafts­recht) einer Nation verweisen. Ebenso können Sportreporter ein nationalistisches Kollektiv erfinden, welches sich über Sprache oder gar sekundäre Tugenden wie Einsatzwillen und Leidenschaft definiert. Allen diesen Vorstellungen gemein ist das Modell von Einschluss (die Mitglieder der Nation) und Ausschluss (die Nicht-Mitglieder der Nation), welches in bestimmten politischen Kontexten dramatische Folgen wie Massenmorde, Abschiebungen oder soziale Verarmung hatte. Die Pluralität nationalistischer Erzählungen, die zur gleichen Zeit existieren und sich auf unterschiedlichen Merkmale wie „Sprache, Kultur oder Genetik“ beziehen, stellt jedoch keine friedliche Co-Existenz unterschiedlicher Denkweisen dar. Ihr Verhältnis hat der italienische Marxist Antonio Gramsci statt dessen als den „Kampf um gesellschaftliche Hegemonie“ bezeichnet, womit er das Ringen um die „normale Sichtweise“ auf die Gesellschaft meint. Diese vermeintliche Normalität hat sich jedoch historisch immer über die Kämpfe unterschiedlicher Weltanschauungen (in unserem Fall über „nationalistische Erzählungen“) durchgesetzt.
Was bedeuten diese Vorbemerkungen für das Verhältnis von Fußball und Nationalismus? Wenn man die o.g. Einwände ernst nimmt, ergeben sich eine Menge interessanter Fragen, deren Beantwortung in diesem Artikel nur angedeutet werden kann: Auf welche Art und Weise wurde ausgerechnet eine Fußballmannschaft zum prominenten Repräsentanten der „deutschen Nation“ im Nachkriegsdeutschland? Und wie steht die Entwicklung des Fußballs  zu den Veränderungen nationalistischer Erzählungen in Deutschland? Diese Fragen sind umso spannender, wenn man dem Fußball als Spiel mit „eigenen Regeln“, als Wirtschaftszweig und als staatlich reguliertem Raum eine Eigendynamik zugesteht. Diese geht mitunter über nationalistische Projektionen zu Zeiten fußballerischer Großereignisse hinaus und kann sich diesen auch widersetzen. Dieser Umstand macht die Beziehung von Fußball und Nationalismus zu einem fragilen  Verhältnis. Dies tritt in einer Mediengesellschaft, in der die WM zum „nationalen Mittagessen“ wird, umso deutlicher zu Tage. Ein frühzeitiges Scheitern der deutschen Mannschaft stellt ein abruptes Scheitern aller kollektiven Identifizierungsanstrengungen dar und „Katerstimmung“ macht sich breit. Auch wenn dieses meist nicht zu einer Auflösung nationaler Identifikation führt (was eigentlich wünschenswert wäre), so sind doch dem positiven Bezug auf die Nation und der ausführliche Inszenierung der „deutschen Nation“ offensichtliche Grenzen gesetzt. Diesen soll im folgenden entlang der Geschichte der bundesdeutschen Männer-Fussballnationalmann­schaft bei den Weltmeisterschaften nachgegangen werden.

Deutscher Fussball und Nachkriegsnationalismus in der BRD: 1945-1990

Die Geschichte der BRD ist seit ihrer Existenz mit dem Fußball verbunden, was an den bundesdeutschen WM-Siegen veranschaulicht werden kann. Der vor kurzem filmisch erneuerte und nationalistisch begründete Gründungsmythos der BRD im Wackerstadion von Bern im Jahre 1954 wird hierbei den meisten ein Begriff sein. Besonders im Gedächtnis bleibt die nationalistisch aufgeladene Szene im Film vom Sönke Wortmann, in der während eines Einwurfs die Stille des Berner Stadions durch plötzlich aufkommende „Deutschland, Deutschland“-Rufe durchbrochen wird, und zu einer Wende des Spiels zu Gunsten der deutschen Mannschaft führt. Die Bemühungen der „11 Freunde“, die sich gegen die damalige Wundermannschaft Ungarns „kameradschaftlich“ zusammenrauften, endete schließlich nach einem 0-2 Rückstand mit einem 3-2 Sieg. Dies führte in der Medienberichterstattung zur erneuten nationalen Selbststilisierung: „Wir sind wieder wer“ wurde zu einem der geflügelten Sätze der Nachkriegszeit. In seiner rückwärtigen Inszenierung des erleichterten deutschen Aufatmens stellt der Sieg bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der deutschen Öffentlichkeit eine Rehabilitierung da –  Deutschlands „Selbstbewusstsein als Nation“ wurde im zivilen Raum wieder hergestellt und zeigte, dass „Deutsche“ auch fernab der Schlächterei des Nationalsozialismus gewinnen und „siegen“ können. Eine komische und bizarre Vorstellung, 9 Jahre nach Ende des NS-Regimes.

Gepaart mit dem Wirtschaftswunder des Nachkriegskapitalismus bundesdeutscher Prägung wurde über den Fußball die sogenannte „deutsche Fußballkultur“ geprägt. Fragte man die Fußballfunktionäre und –kommentatoren bis Ende der 1990er nach den „typisch deutschen Eigenschaften“, erschienen „Kampfgeist“ und „unermüdlicher Fleiߓ auf dem Parkett. Historisch gesehen spiegelte sich darin lediglich eine Rückbesinnung auf die preußischen Tugenden Disziplin, Fleiß und Autoritätshörigkeit, die schon während der Kaiserzeit in Deutschland das „Untertanentum“ (H. Mann) gekennzeichnet hatten. Aus heutiger Perspektive erscheint es jedoch umso absurder, dass sich über den Fußball nach Jahren faschistischer „Übermenschphantasien“ eine Re-Inszenierung des deutschen Nationalismus vor allem über kleinmütige Arbeitsabläufe und bedingungslosen Fleiß vollzog.  Großer Mann ganz klein – und dabei sportlich.

Eine Ausnahme zu dieser neuen Debatte über die „deutschen Sekundärtugenden“ bildete dabei die WM-Mannschaft von 1974, die bei der letzten „WM im eigenen Land“ die Trophäe gewann. Sie stellt als technisch versierte Mannschaft eine Art artistischen Ausnahmefall dar, und genießt bis heute eine einzigartige Popularität innerhalb der deutschen Fußballszene. Ihre Namen finden sich heute im männerklüngelnden Fußballgeschäft an vielen Stellen wieder: Wie der von Wolfgang Overath (Präsident 1. FC Köln), Berti Vogts (Ex-Bundestrainer und heutiger Scout der Nationalmannschaft), Uli Hoeneß (Manager Bayern München), Günter Netzer (ARD Kommentator) oder der auf Grund seiner eleganten (heute Schlafwagenfußball ähnelndem) Spielart „Kaiser“ Franz getaufte Franz Beckenbauer, der als WM-Chef das Mega-Event organisiert und selber als Trainer 1990 die Weltmeisterschaft gewann.
 Bis zum nächsten WM-Sieg 1990 waren jedoch die deutschen Sekundärtugenden wieder hergestellt, eine Generation fußballerisch schlechter, aber umso verbissenerer deutscher Manndecker (Peter Briegel, Klaus Eder, Jürgen Kohler) und Stürmer (Horst Hrubesch, Jürgen Klinsmann, Karl-Heinz-Rummenige) hatten ihren Anteil hieran. Ein Jahr nach der Wiedervereinigung und der Auffrischung des deutschen „Volkskörpers“ mit 40 Millionen Stand- und Schussbeinen gewann die deutsche Mannschaft in Italien das Finale mit 1:0 gegen Argentinien. Fußballdeutschland schäumte vor Freude, Helmut Kohl gewann die Wahl (nicht wenige behaupten auf Grund der Sympathiewerte durch die WM) und Beckenbauer halluzinierte – wie andere zur selben Zeit - im Größenwahn: „Es tut mir Leid für den Rest der Welt, aber diese Mannschaft wird auf Jahre nicht zu schlagen sein“. Deutschland war wieder wer – und das nicht nur im Fußball.

Die fußballerische Verarbeitung der Wiedervereinigung schien jenes gebrochene Nationalgefühl, an dessen Wiederaufbau sich ganze Horden von Rechtsintellektuellen wie Ernst Nolte oder Martin Walser versucht hatten, mit einem großen Fußballsieg wieder herzustellen. Und während sich Europa ob der Geschwindigkeit der deutschen Wiedervereinigung und der Veränderungen deutscher Selbstvergewisserungen verwundert die Augen rieb, gewann die deutsche Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft. Die ostdeutschen Fussballspieler wurden, im Gegensatz zum restlichen Arbeitnehmerreservoir Ostdeutschlands, jubelnd aufgenommen. Kein Klagen über die ökonomische Brachzone Ostdeutschland, sondern fröhliches Gejubel ob der neuen „deutschen“ Sprösslinge, deren Jungspielerentwicklung man doch so gar nicht verfolgt hatte und die alle über einen deutschen Pass verfügten, was ob der Anfang der 1990er geltenden Ausländerregelung im deutschen Profifussball (pro Verein max. 3 Spieler ohne deutschen Pass) eine Goldgrube war.   

Das Ende der “Unbesiegbarkeit“: Fußball nach der Wiedervereinigung

Frank Beckenbauers Unschlagbarkeits­phantasien sollten sich jedoch als unrichtig erweisen. Während die deutsche Nationalmannschaft bis zum Gewinn der Europameisterschaft 1996 erfolgreich spielte, zeigte die Leistungskurve ab diesem Zeitpunkt nach unten. Das Ausscheiden bei der WM 1998, der EM 2000 und der EM 2004 haben auch in der deutschen Öffentlichkeit zu einer recht nüchternen Einschätzung der Leistungsstärke der deutschen Nationalmannschaft geführt. Die Endspielteilnahme bei der WM 2002 als Folge eines fantastischen Spiel- und Losglücks (zur Erinnerung: Saudi-Arabien, Irland, Kamerun, Paraguay, USA, Südkorea, Brasilien) und einem hervorragenden Torhüter sticht dort eher irritierend heraus. Insbesondere die deutschen Sekundärtugenden „Kampf“ und „Ausdauer“ erweisen sich im Verhältnis zur immer beschleunigteren, athletischeren und technisch versierteren Spielweise des weltweiten Profi-Fussballs als nicht mehr ausreichend. Diese Wahrnehmung setzt sich auch zunehmend in der deutschen Fußballberichterstattung durch. Was dort bleibt, ist die Hoffnung. Auf was, weiß aktuell auch niemand so genau.
Auf Fußballer aus Ostdeutschland jedenfalls erst mal nicht mehr. Die Eu­phorie der „deutschen Fußballwieder­ver­einigung“ war spätestens an dem Punkt verflogen, als die jeweiligen Spieler in die Nationalmannschaft eingemeindet waren. Spätestens ab Mitte der 1990er hatten die deutsche Nationalspieler laut Berichterstattung nicht mehr für die DDR-Jugendauswahl gespielt, sondern nur noch für „Deutschland“. Spieler wie Michael Ballack wurden und werden - durchaus selbstgewählt - ihrer ostdeutschen Vergangenheit enthoben, und zu „gesamtdeutschen Stars“ gemacht, wobei ihre ostdeutsche Herkunft per Definition an den Rand gedrängt wird. Ebenso verabschiedeten sich die ostdeutschen Fußballclubs nach ihrem Aderlass an die westdeutschen Clubs nach und nach aus dem bezahlten Erstligafußball - heute sind von 36 Teams im bezahlten Profifußball 3 Teams aus der ehemaligen DDR (Cottbus, Dresden, Rostock), allesamt in der zweiten Liga. Einzig der Fall Leipzig – mit Berlin einziger ostdeutscher WM-Austragungsort gegenüber insgesamt 10 westdeutschen Städten – sorgt für Aufregung, nachdem der ehemals in der dritten Liga spielende Lokalverein Insolvenz anmelden musste. Die westdeutsche Siegergeschichte auf Grund ökonomischen Vorsprungs wiederholt sich so mit zeitlicher Verzögerung auch im Fußball, und wird dadurch auch zunehmend unattraktiv für die mediale Inszenierung einer nationalen Wiedervereinigung.

Das Bosman-Urteil und die Kommerzialisierung des Fußballsports

Während sich das Verhältnis von Na­tionalismus und Fußballkultur bis zu Beginn der 1990er als relativ homogen darstellte, wurde dieses ab Mitte der 1990er Jahre durch zwei Ereignisse erschüttert, die das bis dato enge Verhältnis von Nationalmannschaft und nationalen Proficlubs destabilisierte. 1995 erhielt der belgische Fußballspieler Jean-Marc Bosman vor dem europäischen Gerichtshof mit seiner Klage Recht, die sich gegen die Transfer- und Aus­länder­beschränkungen der europäischen Fußballligen wandte. In Deutschland bestimmten diese Richtlinien, dass Fußballclubs nur drei Spieler ohne deutschen Pass spielen lassen dürften. Der Gerichtshof stärkte statt dessen die Freizügigkeit der Arbeitsplatzwahl im innereuropäischen Binnenmarkt und verpflichtet die europäischen Ligen, ihre Ausländerbeschränkungen für Spieler aus Europa aufzuheben. In Folge dieser politischen Re-Regulierung der Fußballindustrie nutzten immer mehr Profivereine die Möglichkeit, Spieler aus anderen Ländern zu verpflichten – laut einer Studie der Universität Bielefeld sank der Anteil von Spielern mit deutschem Pass in der Zeit von 1994-2001 in der Bundesliga von 80,9% auf 57,6%. Damit löste sich der bis dato bestehenden Zusammenhang von deutschen Fußballclubs (in denen max. 3 Ausländer spielen durften) und Nationalmannschaft tendenziell auf, die deutschen Proficlubs wurden internationaler besetzt und der Landeswechsel von insbesondere osteuropäischen und afrikanischen Spielern nach Deutschland wurde zunehmend normalisiert. Spielerwechsel aus Deutschland ins Ausland geschehen dem entgegen relativ selten, da die deutschen Nationalspieler auf Grund ihrer mangelnden Qualität aktuell nicht gefragt sind. Eine Ausnahme stellt die aktuelle Diskussion um Michael Ballack dar, dessen Wechsel zu einem anderen internationalen Spitzenclub jedoch en gros akzeptiert ist. In Teilen wird dieser Wechsel sogar begrüßt und freudig antizipiert, weil sich an seinem Beispiel zeige, dass Deutschland als „Spielerexporteur“ noch über qualitativ hochwertige Spieler „verfüge“. Im Vergleich dazu sei an die Debatte um Günter Netzer aus den 1970er Jahren erinnert, der eine mediale Welle der öffentlichen Empörung über seine „Vaterlandslosigkeit“ über sich ergehen lassen musste, als er seinen damaligen Wechsel von Mönchengladbach  zum spanischen Spitzenclub Real Madrid bekannt gab.

Dieser Günter Netzer eignet sich ebenfalls als Vergleichsmoment für die andere große Entwicklung des Fußballs, die in den 1990er Jahren massiv vorangetrieben wurde: Seine zunehmende Kommerzialisierung und Internationalisierung als Konsumprodukt. Netzer kaufte in den 1970er Jahren zu seiner aktiven Zeit eine Diskothek in München, wofür er viel Kritik ob seiner ökonomischen Aktivitäten erntete, die als „unsportliche“ Lebensweise verstanden wurde. Diese Gegenüberstellung von „leistungsbezogenem Profisportler“ und homo oeconomicus war zu dieser Zeit ebenso etabliert wie die Trennung von Fußballsport und Werbeindustrie. Erst als der Fußballclub Eintracht Braunschweig 1973 als erster Fußballverein für die Marke „Jägermeister“, warb, begann eine erhitzte Debatte um die Beziehung von Fußballvereinen und Wirtschaft, die in der allmählichen Öffnung des Profifußballs für das Sponsoring durch Unternehmen endete. Diese Trennung von Ökonomie und Sport wurde in den 1990er Jahren mit der Internationalisierung der Fußball- und Sportartikelindustrie zusätzlich aufgeweicht. Ökonomisch aktive Fußballstars, die mehr Geld mit Werbung als mit ihren Gehältern verdienen, sind zunehmend der Normalfall. Dieses gilt nicht nur für einzelne Spieler, sondern auch für die großen europäischen Fußballclubs (z.B. Manchester United, Real Madrid, Bayern München), die selbst als Unternehmen agieren und betriebswirtschaftlich versuchen, ihre Merchandising-Einnahmen durch internationale Werbetourneen nach Asien und in die USA gezielt zu steigern. Die Namen der vereinseigenen Fußballstadien, die sich bis Ende der 1990er Jahre auf die Namen von regionalen Flüssen oder Bauwerken bezogen, werden nun an Unternehmen vermietet, die den Stadien für eine gewisse Zeit ihren Unternehmensnamen aufdrücken (AOL-Arena, Iduna-Signal-Park, Commerzbank Arena, Schücko-Arena usw.). Sportlich schlug sich diese Tendenz zur Kommerzialisierung vor allem in der Etablierung der Champions League nieder, einem europäischen Wettbewerb, in dem die besten europäischen Mannschaften spielen. Im Vergleich zum vorher existierenden „Cup der Landesmeister“ wurde die Zahl der dort spielenden Mannschaften mehr als verdreifacht, wobei mehrere gute Mannschaften aus den starken europäischen Ligen zugelassen wurden, um die „ereignisreichen“ Top-Spiele zweier Klassemannschaften zu fördern.  Dadurch erhöhte sich auf die Zahl der Spiele um mehr als das 5-fache, was zu mehr Fernseheinnahmen und einer deutlich stärkeren medialen Präsenz des europäischen Wettbewerbs gegenüber den nationalen Ligen führte.

Where is the nation?

Was für Auswirkungen haben die beiden Tendenzen Internationalisierung und Kommerzialisierung für das Verhältnis von Fußball und Nationalismus in Deutschland und insbesondere für die Weltmeisterschaften? Generell lässt sich festhalten, dass diese beiden Tendenzen zu einer Aufweichung ehemals stabiler nationalistischer Grenzziehungen geführt haben, was jedoch oftmals nicht dazu geführt hat, dass sich die entsprechenden  nationalistischen Paradigmen auflösen. Die sich auflösende Verbindung von Nationalmannschaften und Fußballvereinen hat zu einer heterogenen Inszenierung der Fußballweltmeisterschaft geführt. Bei einem Länderspiel stehen sich oftmals nicht mehr Spieler „zweier homogener Nationen“ gegenüber, die auch in ihren jeweiligen Ländern Vereinsfußball spielen, sondern oft Spieler desselben Clubs, die sich persönlich kennen und dieses durch freundschaftliche Gesten auf dem Platz auch signalisieren. Für die nationalistischen Erzählungen besonders relevant ist zudem, dass internationale Fußballstars wie Ronaldhinho immer weniger für ein „nationales Publikum“ inszeniert, sondern auch im Vorfeld von Weltmeisterschaften entsprechend der größtmöglichen internationalen Identifizierungsmöglichkeit präsentiert werden.  Transnationale Konzerne wie Pepsi oder Nike werben oftmals mit einer eigenen „Superstar-Mannschaften“ in ihren Werbesports, die die besten Spieler aus den jeweiligen Nationalmannschaften umfasst, und dadurch zu einem international konsumfähigen Produkt und Signifikant werden.

Diese tendenzielle Aufweichung nationalistischer Entitäten (Verein-National­mannschaft) durch die aktuellen Entwicklungen des Profi-Fußballs bedeutet jedoch nicht, dass der Nationalismus im deutschen Fußball verschwindet. Vielmehr verändert sich dieser in seinen Bezugspunkten. Bezogen auf die deutsche Fu߭ballnationalmannschaft lässt sich seit dem Bosman-Urteil eine beharrliche Debatte verfolgen, welche die Schwäche der deutschen National­mannschaft auf die Einwanderung ausländischer Fußballspieler und die fehlende Förderung „deutscher Talente“ zurückführt. Beiläufige Kommentare bei der Fußballberichterstattung hinsichtlich fehlender „deutscher Spieler auf dem Platz“ sind diesbezüglich an der Tagesordnung und zielen vor allem auf die Einkaufspolitik der deutschen Fußballvereine. Bei dem aktuellen Mangel an guten Fußballspielern mit deutschem Pass entscheiden sich die meisten millionenschweren Vereine bei der Wahl zwischen wirtschaftlichem Erfolg als kapitalistisches Fußballunternehmen und patriotischem Eifer für Ersteres, was ihnen dann den Vorwurf einhandelt, sie stellten lediglich „Söldner“ (aber keine „echten Deutschen“) ein. Dem entgegen lassen sich jedoch auch Vereine identifizieren, die unter den gegebenen Umständen eine „nationale Entwicklungsstrategie“ verfolgen. Meist wird diese nach Phasen ökonomischer Misswirtschaft eingeschlagen – wie bei den Vereinen Borussia Dortmund und VfB Stuttgart – und die mangelnde finanzielle Grundlage wird durch eine konsequente Jugendförderung im eigenen Verein ausgeglichen, durch entsprechende nationalistische Einfärbungen („die Fans hatten eh lange Probleme, sich mit der Mannschaft zu identifizieren“) unterfüttert und durch die Fußballberichterstattung honoriert.
Ein zweiter neuerer Bezugspunkt innerhalb des nationalen Fußballnarrativs wird zunehmend die Eingemeindung der ausländischen Spieler, die in deutschen Fußballvereinen spielen, in das nationale Kollektiv. Auch wenn diese nicht als echte „Deutsche“ anerkannt werden, so wird doch deren Bekanntheitsgrad genutzt, um vertraute Bezüge bei der Fußballberichterstattung herzustellen. Ihr Abschneiden bei den Spielen mit ihren Nationalmannschaften stellt bei der Fußballberichterstattung immer einen Indikator für die Qualität der jeweiligen Liga dar, in der diese Spieler spielen. Aus diesem Grund wird den in Deutschland spielenden Ausländern „ganz besonders die Daumen gedrückt“, weil diese Spieler als nationalistisches Symbol für die „Importqualität“ der deutschen Bundesliga stehen. Hierdurch entstehen fragmentierte nationalistische Bezüge: Steht die deutsche Nationalmannschaft weiterhin für „Deutsche erster Klasse“, so wird Bundesligaspielern mit einem ausländischen Pass ein Status als „Deutsche zweiter Klasse“ verliehen. Diese symbolisieren als Arbeitnehmer auf dem deutschen Binnenmarkt dessen Qualität im internationalen Vergleich der europäischen Ligen und haben nicht zuletzt einen entscheidenden Anteil am Abschneiden der deutschen Bundesligamannschaften in den europäischen Cupwettbewerben. Es bleibt abzuwarten, wie sich unter diesen Umständen medial etablierte Fußballfeindschaften wie zwischen „Deutschland und Holland“ entwickeln, wenn einige der wenigen Stars der schwachen deutschen Bundesliga wie Roy Makaay oder Rafael van der Vaart für die holländische Nationalmannschaft spielen.      

Wer ist eigentlich „Deutscher“? Einbürgerungen und Ausbürgerungen

Seit Mitte der 1990er Jahre sind auch um die deutsche Fußballnationalmannschaft einige Debatten entbrannt, die sich mit der Frage beschäftigten, wer eigentlich in dieser spielen darf, soll und überhaupt kann - und was dies für die Nationalmannschaft als „Repräsentantin der Nation“ bedeute. Insbesondere die Einbürgerung von Spielern wurde hier zu einem Thema. Auslöser waren die Fußballspieler Sean Dundee (Südafrika) und Paolo Rink (Brasilien), die sich über die „Blutslinie“ der deutschen Ur-Großmütter einbürgern ließen, um für die Nationalmannschaft zu spielen. Der damalige Bundestrainer Ribbeck ließ nach dem Aus bei der WM 1998 zumindest Rink für einige Spiele spielen (Dundee spielte nie), und zog sich damit die Kritik der deutschnationalen Kräfte zu, die in der Nationalmannschaft nur auf deutschem Boden aufgewachsene Spieler sehen wollten.  Unter Jürgen Klinsmann wurde diese Strategie, den deutsch-nationalen Argumenten entsprechend, wieder zurückgenommen, obwohl mit dem Brasilianer Dede ein (für deutsche Verhältnisse) hervorragender Linksverteidiger die Einbürgerung anbot.

Die erstmalige Nominierung des in Ghana geborenen Gerald Asamoah für die deutsche Nationalmannschaft im Jahre 2001 schlug eigentlich ein neues Kapitel im Verhältnis von Fußball und deutschem Nationalismus auf. Im Gegensatz zur Einbürgerungsproblematik wurde dies fast gar nicht in der deutschen Öffentlichkeit diskutiert, auch wenn Asamoahs Präsenz in der deutschen Nationalmannschaft ein absolutes Novum darstellte. Zum ersten Mal spielte ein schwarzer Spieler im blütenweißen Dress der deutschen Nationalmannschaft. Asamoah machte sichtbar, dass die deutsche Nationalmannschaft trotz jahrelanger Migration nach Deutschland „weiߓ geblieben war, was durchaus dem konservativen Blut-und-Boden Selbstverständnis der deutschen Staatsbürgerschaft entsprach. „Keine Migranten in der deutschen Nationalmannschaft“, so lautete das plötzlich deutlich gewordene Credo des deutschen Fußballsports. Ebenso verhielt es sich seit Jahren mit der großen Zahl von Fußballern türkischer Herkunft, die in Deutschland aufgewachsen waren und doch für die Türkei spielten. Diese waren den Kennern der Fußballszene zwar bekannt, wurden jedoch durch die Fußballberichterstattung bei großen Fußballturnieren im Sinne der „nationalen Reinheit“ zu „türkischen Spielern“ vereindeutigt und damit als potentielle deutsche Nationalspieler verschwiegen. Dieses führte dann bei den Interviews mit den flüssig deutsch sprechenden „türkischen“ Spielern wie Bastürk, Manziz oder Altintop zu einiger Irritation. Anhand des in Dortmund aufgewachsenen Talents Nuri Sahin entzündete sich die Debatte 2005 erneut, weil sich dieser für die Türkei als Nationalmannschaft entschied. Als er bei seinem ersten Länderspiel gegen Deutschland ein Tor erzielte, wurde die verfehlte Nachwuchsarbeit hinsichtlich der Spieler mit Migrationshintergrund von einigen Stimmen öffentlich kritisiert. Anders verhielt es sich hingegen mit Spielern mit polnischem Migrationshintergrund, die relativ problemlos in die deutsche Nationalmannschaft berufen werden: Zu diesen zählen Miroslav Klose oder auch Lukas Podolski, deren Herkunft im großen und ganzen kaum thematisiert wird. Dementsprechend reagierte die deutsche Fußballpresse mit Unverständnis, als der Trainer des deutschen Gruppengegners Polen nach der Auslosung darüber witzelte, dass die Chancen der polnischen Mannschaft größer wären, wenn ihre besten Stürmer nicht für Deutschland spielen würden.  

Der Umgang mit der nationalistischen Frage, wer eigentlich in der deutschen Nationalmannschaft spielen soll, stellt sich daher als ein größtenteils verschwiegenes Phänomen dar. Lediglich in der Einbürgerungsdebatte um die Spieler Rink und Dundee wurden offene Ressentiments formuliert, bei den anderen Spielern wurde ihr Migrationshintergrund größtenteils verschwiegen (ob sie spielten oder nicht) und dadurch entproblematisiert. Am besten lässt sich dieses wahrscheinlich am Fall Asamoahs verdeutlichen, der - trotz der in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung offensichtlich vorhandenen Ressentiments gegenüber Schwarzen Spielern - durch die aktuelle Fußballberichterstattung nicht als Problem für das „nationale Selbstverständnis“ thematisiert wird. Dieses kann als Fortschritt gegenüber offener Diskriminierung gewertet werden. Es stellt aber in der jetzigen Form eine unkommunizierte Integration in das „nationale Kollektiv“ dar, die den deutschen Nationalismus als so universal präsentiert, dass seine bisherige „weiße“ Limitierung nicht thematisiert wird. Im Falle Asamoahs bedeutet dies: Bei kaum einem Spieler wird die „sympathische Art“ und „entspannte Art und Weise“ so betont. In anderen Zusammenhängen würde man sagen, er (und damit seine Hautfarbe) werden weggelobt.  Entsprechend reagiert die Fußballpresse mit Verwunderung, wenn Asamoah oder der neue Nationalspieler Owomoyela, wie jüngst geschehen, von der NPD als „Schwarze“ diffamiert werden.

Über die Gründe für das weitgehende gesellschaftliche Schweigen kann hier nur spekuliert werden. Es scheint am wahrscheinlichsten, dass ähnlich wie in anderen Industriesektoren die Integration von Spitzenkräften in den „deutschen Binnenmarkt“ weniger zur Debatte steht als die Aufnahme von niedrig qualifizierten Arbeitskräften. Das jahrelange Schweigen über die Gruppe türkischer Fußballspieler sticht trotzdem hervor, da ihre Integration nicht in dem Maße betrieben wurde, wie die von Spielern mit polnischem oder schweizerischem (Oliver Neuville) Migrationshintergrund. Es darf spekuliert werden, ob der Status der türkischen Communities in Deutschland mit ihrer eigenen Repräsentationsstruktur im öffentlichen Raum zu viel „Anderes“ symbolisierte, als dass es den Assimilierungsansprüchen des deutschen Fußballkollektiv, dem Spieler wie Klose, Podolski oder Neuville genügen, entsprechend würde. 

Die vermeintliche „Einheit der Freunde“

Das Motto der Weltmeisterschaft lautet „Die Welt zu Gast bei Freunden“. Es macht deutlich, dass die „WM im eigenen Lande“ nicht nur zur Selbstbespiegelung der „Lage der Nation“ dient, wie es bei Weltmeisterschaften sonst üblich ist, sondern auch der Repräsentation des „nationalen Selbstverständnisses“ nach außen. Neben der Einladung zum fröhlichen Konsum in Deutschlands Bierstuben vermittelt das Motto das Bild vom vermeintlich „unverkrampften Deutschland“, das die Berliner Republik seit der Wiedervereinigung als Selbstportrait von sich zeichnet. Dies reiht sich ein in den Wandel der deutschen Außenpolitik seit Mitte der 1990er Jahre, die Selbstinszenierung Deutschlands im Rahmen der europäischen Politik als „Friedensstifter“ und „sozialer Kapitalist“ gegenüber der aggressiven Außen- und Wirtschaftspolitik der USA. Als Imagekampagne funktioniert es schon in der Politik erstaunlich gut. So gut, dass sich Deutschland auf „normale Weise“ auf einen UN-Sicherheitsratssitz bewerben kann, ohne dass die faschistische Erfahrung erneut thematisiert werden müsste und sich Deutschland international noch (per sé) als „gebrochene Nation“ präsentieren müsste.

Mit der sozialen und politischen Realität in Deutschland als auch den außenpolitischen Intentionen der EU hat dies natürlich wenig zu tun. Die „Einheit der Freunde“, die „die Welt“ in Empfang nimmt, ist eine gebrochene. Hinter dem Motto verschwinden gesellschaftliche Widersprüche zwischen Kapital, Staat und Arbeit im Rahmen einer neoliberalen Politik, rassistische Übergriffe von Nazis (wie zuletzt in Potsdam) und eine repressive Überwachung des öffentlichen Raumes für die Weltmeisterschaft. Ebenso unbeliebt werden fußballinterne Skandale sein, auch wenn die WM-Vorbereitung von so vielen Skandalen geprägt war, wie sie im Vorhinein niemand erwartet hatte. Unsichere WM-Stadien und Wettskandale haben hier für einigen Aufruhr gesorgt.

Die Frage, was Fußball ohne Nationalis­mus sein kann, stellt sich unter den gegebenen Umständen leider nur hypothetisch. Die beschriebenen Verschiebungen innerhalb der Fußballkultur bewegen sich größtenteils weiterhin innerhalb nationalistischer Erzählungen. Auch wenn „deutsche Sekundärtugenden“ nicht mehr den internationalen Standards entsprechen, bleibt doch der Fokus auf die deutsche Mannschaft als Repräsentantin einer imaginierten Gruppe von „Gleichgesinnten“ präsent und wird nicht hinterfragt. Sie wird stattdessen um die Gruppe der in Deutschland spielenden Fußballer mit ausländischem Pass erweitert, die zunehmend zum Teil des „deutschen Nationalkollektivs“ werden. Nationalistische Erzählungen sind dabei so tief in der Fußballkultur verankert, dass deren aggressives Umschlagen in offen rassistische Angriffe, Diffamierungen und Symboliken die ersten Kampffelder antinationalistischer Politiken in und außerhalb der Fußballstadion waren. Auch wenn sich diese - wie die Initiative BAFF – zu aller erst gegen offene Diffamierungen in Fußballstadien wenden, zeigen sie doch auch, dass Fußball ein umkämpftes gesellschaftliches Terrain ist, auf dem antinationalistische Diskursverschiebungen theoretisch denkbar sind, um das Feld für andere Identifikationspraxen mit dem Spiel zu öffnen. Theoretisch wohlgemerkt.
Praktisch bieten sich für linke Fans aktuell vor allem Ausweichstrategien an, um gleichzeitig dem Spiel zu frönen und dem nationalistischen Bias der „Weltmeisterschaft der Fußballnational­mannschaften“ etwas entgegenzusetzen. Einige werden explizite Anti-Fans der deutschen Nationalmannschaft, andere versuchen sich an der Unterstützung der Underdog-Mannschaften (die soziale Schiene), der passionierte Fußballfan drückt der englischen Mannschaft wegen der Kampfbereitschaft und der offensiven Spielweise die Daumen, die Ästheten wählen die gutaussehende italienische oder portugiesische Mannschaft oder man sieht ein, wer am besten spielt, und setzt auf Brasilien. Oder man unterstützt doch (leicht beunruhigt von sich selber) die deutsche Mannschaft, schaut in „geschützten Räumen“ die Spiele der deutschen Mannschaft und macht sich vom Acker, sobald die ersten Fahnenschwenker und Nationalhymnenmitsinger am Horizont auftauchen, unterstützt besonders Gerald Asamoah und Patrick Owomoyela, verunglimpft die Beamten-Riege in der deutschen Mannschaft und zieht (in alter kapitalismuskritischer Manier) über die neoliberalen Managementmethoden von Klinsmann und Co. her. Der grundsätzlich nationalistischen Inszenierung der WM rückt man aber mit beiden Methoden nicht wirklich auf den Leib, auch wenn erstere Gruppe sich deutlich besser dem „deutschnationalen Projekt“ entzieht. Wie ein solches anti-nationalistisches Fußballprojekt auf internationaler Eben aussähe, bleibt offen, und sprengt in diesem Moment mein Fussballnerdhirn. Der Ball geht an Euch. 

 

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