sul serio #12 NETZWELTEN

KNOW YOUR ENEMY

Google: Die grösste Datenkrake im Netz

von Neelke Wagner

Googles Unternehmensmotto lautet „don’t be evil“ – angesichts der Omnipräsenz im Web und der dabei stattfinden Datensammelwut von Google muss man mittlerweile hoffen, dass Google ja nicht zu „evil“ wird. Google kann auf zwei Arten zum datenschleudernden Feind werden.

Zum einen ist alles und jedes, was mensch im Internet veröffentlicht, von Google erfassbar. Wenn mensch sich nun z.B. in seinem privaten Blog über seinen Arbeitgeber auslässt und dies auch noch mit richtigem Namen kennzeichnet, könnte mensch damit gegoogelt werden und ein ernstes Problem bekommen. Das gleiche gilt für politische Inhalte, da beispielsweise öffentliche Arbeitgeber wieder verstärkt dazu neigen, die politische „Gesinnung“ zu überprüfen und gegebenenfalls die Einstellung zu verwehren (z.B. In Baden-Württemberg, siehe: de.wikipedia.org/wiki/Radikalenerlass)

Zweitens speichert Google alles, was es je gefunden hat. Zwar verspricht Google, diese Daten nicht an andere weiterzugeben (bzw. erst nach richterlichem Beschluss), jedoch kann sich dies in Zukunft auch ändern – und die Daten werden dann schon da sein. Google bietet mittlerweile so ein umfangreiches Angebot an, dass es ermöglicht, komplette Nutzerprofile zu erstellen:

Durch ihre Suchmaschine wissen sie, was oder wen man im Netz sucht, durch Chat (googletalk) und Mails (gmail) wissen sie, mit wem man worüber kommuniziert, durch google-analytics (sehr verbreitetes Tool zur Erhebung von Websitestatistiken) wissen sie, welche Seiten man besucht, wenn man nicht die Google-Suche verwendet, durch Google-Maps und -Earth wissen sie, für welche Orte ich mich interessiere (Geschäfte, Kneipen etc.), durch Google-Video und YouTube (von Google gekauft) kennen sie den Film- und Musikgeschmack, durch Writely (Online-Textverarbeitungsprogramm von Google) und Konsorten erfahren sie, was für Dokumente man schreibt, mit ihrem Bezahlservice (gpay) sehen sie, was man wann wo einkauft und mit Blogger.com verrät man ihnen den Rest, den sie noch nicht wissen. Und für den eigenen Computer gibt es dann noch die Desktopsuche, deren Ergebnisse mittlerweile auch auf den Servern von Google gespeichert werden können. Dies bedeutet nicht, dass Google diese Daten tatsächlich miteinander kombiniert und auswertet, aber sie liegen zumindest alle schon vor…

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Inhaltsverzeichnis

Editorische Notiz
Die Redaktion

Interview: Kriege und Täuschungsmanöver
mit Howard Zinn

N E T Z W E L T E N

Netzwelten: Einleitung
Die Redaktion

Die Materialität des Cyberspace
Sarah Bohrmann

Indiens Call-Center
Steffen Vogel

Online-Dating: Virtuelles Turteln
Christian Schröder

Copyright: „Raubkopierer sind Verbrecher“?
Lars Bretthauer

Rechtsextreme Ideologie im Web: Das Störtebeker-Netz
Ricarda Fröhlich 

Manual: Was tun gegen Datenkraken?
Wolfram D. Wirth

Wikipedia: Wissen, Wahrheit und Wikiality
Neelke Wagner

OpenSource & Geschlecht: Reclaim Linux!
Silke Meyer

R U B R I K E N

Know Your Enemy: Google
Neelke Wagner

In Bewegung: Luftschlösser mit Bodenhaftung
Steffen Vogel

Abseits: Fußball ohne Rassismus?
Lars Bretthauer

R E Z E N S I O N E N

Roman:

Nanni Balestrini:
Sandokan

Marge Piercy:
Gone to Soldiers

Musik: 

Herr Stenzels Musikrubrik

Sachbuch:

David Harvey:
A Brief History of Neoliberalism

Rotaprint:
agit 883

Mirjam Bolle:
"Ich weiß, dieser Brief wird Dich nie erreichen..."

Barbara Ehrenreich:
Qualifiziert & arbeitslos

Zuletzt aktualisiert am 21.06.2007 von Christian Schröder
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