reflectures - Sieben Abende darüber, die Welt zu verändern - #2

Der zweite Teil der Veranstaltungsreihe vom 10. Mai - 28. Juni 2007 – immer donnerstags um 19:30 in der K9 – Kinzigstr. 9, Berlin-Friedrichshain, U Samariterstraße
 

Warum macht der Job mich fertig, wenn es das Jobcenter doch auch tut? Wie hängen Billiglohn und Billigpreis zusammen? Was genau in meinem Computer verursacht Konflikte in Afrika? Muss ich so aussehen wie die Frau in der Werbung? Was haben Essensgutscheine für Flüchtlinge und meine Lieblings-CD gemeinsam? War Dein Opa auch (k)ein Nazi? Ist eigentlich alles in Ordnung so, wie es ist?

Wir haben nicht vor, auf alle diese Fragen Antworten zu geben, wir würden sogar gerne noch mehr Fragen stellen, aber nicht alle auf einmal. Wir, das sind reflect! e.V. und andere Gruppen, die zu Arbeit und Ausbeutung, Sexismus, Erinnerung und rechtem Denken, Diskriminierung und dem “Rütli-Phänomen” arbeiten. Von Februar bis April in der Friedel 54 sowie im Mai & Juni 2007 in der K9 werden wir wöchentlich und abends auf ein paar dieser Fragen genauer eingehen – mit allen, die mehr darüber wissen und reden wollen.

Die Abende bewegen sich irgendwo zwischen Diskussionsrunde, Vortrag und Workshop. Die Frage, die an jedem Abend im Mittelpunkt stehen soll: Was können wir den Dingen, die uns stressen und bedrücken, entgegen setzen? Wie können wir uns gegen Zumutungen wehren, wie ist Widerstand möglich?

Programm:

Donnerstag, 10. Mai 2007, 19.30 Uhr

»Warum geht der Asylant nicht arbeiten?« Wie Sachleistungen Menschen rassistisch markieren und was wir dagegen machen können 

Die Praxis der Sachleistungsauszahlung markiert Flüchtlinge in der Öffentlichkeit als ”SozialschmarzotzerInnen”, die nicht arbeiten und dem Staat auf der Tasche liegen. Das produziert rassistische Sprüche und reproduziert rassistische Bilder und Argumentationsfiguren. Denn dass diese Menschen gar nicht arbeiten dürfen, geht unter. Wir wollen diese Mechanismen erklären und aufzeigen, was wir dagegen machen können. 

Mit: Initiative gegen das Chipkartensystem Berlin www.chipkartenini.squat.net

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Donnerstag, 17. Mai 2007, 19.30 Uhr

»Muddling through« oder: Warum jede Lohnarbeit prekär ist 

Wir unterhalten uns über die Widersprüche, die wir tagtäglich erleben, wenn wir lohnarbeiten gehen müssen oder wenn wir als Hartz-IV-EmpfängerIn zur "Reservearmee" des Kapitals gehören. Wie können angeblich ganz alte Theorien und dicke fette Bücher uns helfen, die ganze ökonomische Scheisse wenigstens ein bisschen zu verstehen? Und wie kommt man damit voran, um die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen zu bringen? 

Mit: Wildcat www.wildcat-www.de

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Donnerstag, 24. Mai 2007, 19.30 Uhr

Finde den Fehler! Sexismus und Normalität

Medien spiegeln gesellschaftliche Geschlechterbilder und -verhältnisse wider und helfen, diese immer wieder zu aktualisieren. Wir möchten mit Euch anhand von Beispielen über gängige Darstellungen diskutieren und überlegen, wie mehr Menschen für das Hinterfragen von Geschlechterbildern sensibilisiert werden können.

Mit: reflect! www.reflect-online.org

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Donnerstag, 31. Mai 2007, 19.30 Uhr 

Wer nicht passt wird passiv gemacht? Hauptschule als Mittel der Disziplinierung 

Obwohl die gesellschaftlichen Funktionen von Schule vielfältig sind, wird beim Thema Hauptschule meist nur die Disziplinierung der Schüler gefordert. Dass es dabei immer weniger gelingt, den Hauptschülerinnen und -schülern Zukunftsperspektiven zu bieten, ist mit der Lehrstellenmisere offenkundig geworden.

Was wir bereits an einem Abend im März unter gleichem Titel begonnen haben, möchten wir am Donnerstag, den 31. Mai fortführen. Während es beim letzten Mal vor allem einen theoretischen Schwerpunkt gab, sollen dieses Mal politische Strategien und Aktionsformen rund um die Frage „Was kann mensch tun, um das Schulsystem zu verändern?“ im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Eingeladen sind alle Interessierten – egal ob SchülerInnen, Lehrende, Studierende… (Auch wer die erste „Folge“ nicht erlebt hat, braucht sich nicht davor zu fürchten, mitzudiskutieren. Schule haben wir ja schließlich alle schon erlebt).

Veranstaltet von: reflect e.V. und den Kritischen LehrerInnen

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Donnerstag, 7. Juni 2007

G8-Woche, die reflectures pausieren

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 19.30 Uhr 

Nur der andere Opa war der Nazi? Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung 

Das Wissen um Schuld und Vernichtung scheint nicht im kommunikativen Gedächtnis der meisten Deutschen angekommen. Kaum jemand kennt die Verstrickungen der eigenen Vorfahren in den NS oder will sie kennen. Nicht nur über diesen Widerspruch wollen wir diskutieren, sondern auch darüber, wie wir uns einen kritischeren und produktiveren Umgang mit Vergangenheit vorstellen. Denn vieles, was heute zum Selbstverständnis und positivem Image der erinnerungswilligen Berliner Republik gehört, wurde einst wegen anderer Gründe eingefordert. Der AK "Angreifbare Traditionspflege" "begleitet" seit 5 Jahren das Treffen der Gebirgsjäger in Mittenwald. 

Mit: reflect! www.reflect-online.org & AK »Angreifbare Traditionspflege« www.nadir.org/nadir/kampagnen/mittenwald

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Donnerstag, 21. Juni 2007, 19.30 Uhr 

Rechtsextremismus in Berlin Friedrichshain:
wahrnehmen - aufklären - bekämpfen

In dieser Veranstaltung geht es darum, die rechtsextremen Strukturen in Friedrichshain aufzuzeigen und ihre Wirkung im Alltag zu erklären. Es geht um die politische Strategie der NPD in Zusammenarbeit mit Kameradschaften und Mitgliedern der rechtsextremen Szene, die keiner Partei oder rechtsextremen Organisation angehören. Das Ziel ist es, ein Bild der gegenwärtigen rechtsextremen Strukturen in Friedrichshain zu entwerfen und in der anschließenden Diskussion über Wahrnehmungen, Erfahrungen und Möglichkeiten sprechen, um dagegen vorzugehen.

Mit: N.N.

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Donnerstag, 28. Juni 2007, 19.30 Uhr 

Sicherheit vor Freiheit? Der Wandel des Staates vom Rechtsstaat zum Sicherheitsstaat

In aktuellen politischen Diskussionen werden die Bürgerrechte der einzelnen Bürgerinnen zunehmend dem öffentlichen Sicherheitsbedürfnis im "Kampf gegen den Terror" untergeordnet und damit eine Ausweitung staatlicher Kontrolle gerechtfertigt. Was bedeutet dieses für unseren Lebensalltag? Am Beispiel der Vorratsdatenspeicherung (Speicherung von Kommunikationsdaten von Telefon, Handy, Internet) wollen wir diskutieren, wie sich staatliche Kontrolle vollzieht und ob ein Leben jenseits staatlich überwachter Bereiche noch möglich ist? Welche Möglichkeiten des Widerstandes ergeben sich hieraus?

Mit: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherungreflect!
 
Infos unter: http://initiative.stoppt-die-vorratsdatenspeicherung.de

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Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien und Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder diese davon auszuschließen.

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Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt und der Aktion Mensch

Dokumentation der einzelnen Veranstaltungen

»Warum geht der Asylant nicht arbeiten?«
Wie Sachleistungen Menschen rassistisch markieren und was wir dagegen machen können

»Muddling through«
Warum jede Lohnarbeit prekär ist

Finde den Fehler!
Sexismus und Normalität

Wer nicht passt, wird passiv gemacht?
Hauptschule als Mittel der Disziplinierung

Nur der andere Opa war der Nazi?
Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung

Rechte im Kiez
Rechtsextreme Strukturen und zivilgesellschaftliche Gegenstrategien in Berlin-Neukölln und Friedrichshain

Sicherheit vor Freiheit?
Der Wandel des Staates vom Rechtsstaat zum Sicherheitsstaat

Zuletzt aktualisiert am 8.09.2007 von Dominik Hübner
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