Projekt 'Gender and Emancipation - Perspectives from East and West'

 

Das Projekt bringt junge WissenschaftlerInnen und AktivistInnen aus vier Ländern und Kontinenten – Syrien, Sudan, den USA und aus Deutschland – zusammen, die sich mit Fragen um Geschlecht und Emanzipation auseinandersetzen. Es zielt auf die Schaffung eines Raums für Kommunikation und Auseinandersetzungen, der nicht auf der problematischen Annahme beruht, Frauen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten teilten automatisch qua Geschlechtszugehörigkeit bestimmte Bedürfnisse und Erfahrungen. Unser Ziel ist ein interdisziplinärer und partizipativer Austausch, in dem unterschiedliche Zugänge und Positionierungen zur Sprache kommen können - eine Pluralität starker Stimmen statt einer Fortschreibung westlicher Dominanzen. Dabei soll die Binarität von ‚Ost’ und ‚West’, die so viele Debatten zu internationaler Politik, feministischem Aktivismus und Frauenrechtsfragen beherrscht, hinterfragt werden.

Geschichte

Die Idee zum Projekt ‚Gender und Emanzipation’ entstand vor ungefähr zwei Jahren, als ein Teil der ProjektorganisatorInnen in Damaskus, Syrien mit einer NGO zusammen arbeitete, die die soziale und rechtliche Marginalisierung von Frauen auf lokaler Ebene politisiert und bekämpft.
 
Dabei wurde deutlich, dass es mit der in gegenwärtigen feministischen Diskursen häufig gefeierten ‚globalen Perspektive’ in der Praxis oft nicht sehr weit her ist. Transnationale feministische Politikformen schienen dringen nötig, um Antworten auf lokale Probleme zu finden. Ihre Umsetzung in der Praxis lag jedoch in weiter Ferne. Das ‚Gender und Emanzipations’- Projekt ist daher ein Versuch, den transnationalen und interkulturellen Austausch feministischer AktivistInnen zu fördern.
 

Ziele

Das Projekt wird junge WissenschaftlerInnen und AktivistInnen aus vier Ländern und Kontinenten – Syrien, Sudan, den USA und aus Deutschland – zusammenbringen, die sich mit Fragen um Geschlecht und Emanzipation auseinandersetzen. Es zielt auf die Schaffung eines Raums für Kommunikation und Auseinandersetzungen, der nicht auf der problematischen Annahme beruht, Frauen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten teilten automatisch qua Geschlechtszugehörigkeit bestimmte Bedürfnisse und Erfahrungen. Unser Ziel ist ein interdisziplinärer und partizipativer Austausch, in dem unterschiedliche Zugänge und Positionierungen zur Sprache kommen können - eine Pluralität starker Stimmen statt einer Fortschreibung westlicher Dominanzen. Dabei soll die Binarität von ‚Ost’ und ‚West’, die so viele Debatten zu internationaler Politik, feministischem Aktivismus und Frauenrechtsfragen beherrscht, hinterfragt werden.
 
Dadurch, dass das Projekt je zwei Gruppen aus diesen beiden imaginären Blöcken einbindet, werden Trennlinien und Gemeinsamkeiten sichtbar werden, die über diese Aufteilung hinausgehen. Von Geschlechterverhältnissen durchzogene Lebensrealitäten unterscheiden sich nicht nur zwischen 'Ost' und 'West', sondern auch innerhalb dieser inhomogenen und von ethnischen, sozialen und anderen Gegensätzen durchzogenen Welten. Dass wir ‚Emanzipation’ zu einem der zentralen Begriffe für unseren Austausch machen, weist auf einige zentrale Ambivalenzen hin. Einerseits lässt er uns an die Geschichte westlicher Frauenbewegungen denken, deren Politiken sich in zentralen Punkten von Frauenbewegungen in (post-)kolonialen Kontexten unterscheiden; Emanzipation im Westen stützte sich oftmals auf rassistische und koloniale Praktiken. Andererseits ist der Begriff wandelbar und kann in verschiedenen Kontexten seine Bedeutung verändern. So ist er z.B. von antikolonialen Bewegungen besetzt und zu einem festen Bestandteil von Kämpfen gegen westliche Dominanz und Herrschaft geworden. Wir interessieren uns für die Potenziale von ‚Emanzipation’, Kämpfe gegen (vergeschlechtlichte) Herrschaft in unterschiedlichen kulturellen Kontexten auf den Begriff zu bringen – kann er eine Basis für gemeinsamen polischen Aktivismus jenseits der Ost-West-Dichotomie bilden?
 

Projektablauf

Das Projekt besteht aus drei Phasen:
 
Phase 1 (März 2008 bis Juli 2008): Die TeilnehmerInnen beginnen mit einer dreimonatigen Vorbereitungs- und Studiumsphase, in der sie an Vorbereitungsseminaren partizipieren, die in ihren jeweiligen lokalen Institutionen durchgeführt werden. Die Seminare verbinden die Diskussion auf der Basis gemeinsam ausgewählter zentraler Texte des transnationalen Feminismus mit methodologischem Training und der Beschäftigung mit lokalen feministischen Organisationen und Aktionsformen. In dieser Zeit werden die TeilnehmerInnen die Fragen und Themen herausarbeiten, die sie in die Konferenz in Phase 2 einbringen möchten. Eine Online-Lernplattform (Carmen) ermöglicht die Kommunikation zwischen den Gruppen. Die auf dieser Plattform geführten Diskussionen bilden die Basis für Phase 2.
 
Phase 2 (20.-30. August 2008): Die TeilnehmerInnen treffen sich zu einer 10-tägigen Konferenz in Berlin, die aus Vorträgen, Workshops und kulturellen Aktivitäten besteht. Einzelne Veranstaltungen werden für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Konferenz bietet die Möglichkeit, die monatelange Vorbereitungszeit und die geführten Diskussionen gemeinsam zu reflektieren und in der Interaktion zwischen den TeilnehmerInnen und ihren spezifischen Perspektiven neue Einsichten zu gewinnen. Die Konferenz bildet die Grundlage für die folgende Publikation.
 
Phase 3 (September 2008 – Januar 2009): Die zentralen Inhalte und Ergebnisse der Konferenz werden online in Textform zusammengestellt. Die Texte werden von den TeilnehmerInnen als Einzel- oder MehrautorInnenbeiträge verfasst. Alle Beiträge erscheinen zweisprachig auf Englisch und Arabisch. Die Form der offen zugänglichen Online-Publikation soll sicherstellen, dass die Ergebnisse für zukünftige Projekte und einen längerfristigen, verstetigten Austausch zur Verfügung stehen.
 

Kontakt

E-Mail der Projektgruppe "Gender and Emancipation" : gender_exchange [at] reflect-online [dot] org
 

English version

You can find an english version of the project presentation here.
 

Projektwebseite

Nähere Informationen zu Projektablauf, KooperationspartnerInnen, OrganisatorInnen, Sponsoren und TeilnehmerInnen gibt es auf der Projektwebseite:  www.genderandemancipation.org

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